
Linda Spokojny
Linda Spokojnys Arbeiten nehmen die Beobachtung ihrer Umwelt zum Ausgangspunkt – die Irritation über das scheinbar Selbstverständliche im Alltag. Ihr Interesse gilt Zeitgeistphänomenen und der Frage, wie sich gesellschaftlicher und technologischer Wandel auf unser Denken, Wahrnehmen und Handeln auswirkt. Sie untersucht, was eine Zeit prägt und wie sich ihre Stimmungen, Haltungen und Tendenzen in Sprache, Bildern und Verhalten ausdrücken. Dabei interessiert sie am meisten, wie individuelle und kollektive Identitäten entstehen und wie Menschen einander und ihre Umwelt beeinflussen.
Aus der Beschäftigung mit Max Frischs Fragebögen, die persönliche Fragen zum Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit Identität und Selbstverständnis machen, entstand der Wunsch, diesen Ansatz weiterzudenken: Welche Fragen stellen sich uns heute – und was sagt die Art, wie wir sie beantworten, über unsere Gegenwart aus? Daraus entstand der Fragebogen der Gegenwart, der individuelle Antworten zu größeren gesellschaftlichen Zusammenhängen verdichtet. In der Rauminstallation löst sich der Text vom gedruckten Buch und wird über Kopfhörer zur persönlichen Hörsituation, in der sich die Fragen unmittelbar an die einzelne Person richten.
Linda Spokojny’s work takes her observations of her surroundings as its starting point—her sense of unease regarding what seems to be taken for granted in everyday life. She is interested in phenomena of the zeitgeist and the question of how social and technological change affects our thinking, perception, and actions. She explores what shapes an era and how its moods, attitudes, and trends are expressed in language, images, and behavior. She is most interested in how individual and collective identities emerge and how people influence one another and their environment.
Her engagement with Max Frisch’s questionnaires—which use personal questions as a starting point for an examination of identity and self-conception—gave rise to a desire to take this approach further: What questions do we face today—and what does the way we answer them reveal about our present? This led to the “Questionnaire of the Present,” which synthesizes individual responses into broader social contexts. In the room installation, the text breaks free from the printed book and, through headphones, becomes a personal listening experience in which the questions are directed directly at the individual.